Ethik von/in Verhandlungs- und Regulierungspraxen um Cultural Property

Projektleiterin: Prof. Dr. Regina Bendix (Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie)
Mitarbeiter: Dr. des. Stefan Groth (Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie)

Projektbeschreibung

Transnationale Verhandlungs- und Regulierungspraxen zu Cultural Property sind eng verzahnt mit ethischen Fragen. Debatten um Restitution, Geistiges Eigentum, Menschenrechte, die Misappropriation von kulturellen Artefakten oder soziale wie ökonomische Ungleichheiten von marginalisierten Gruppen bedienen sich in hohem Maße moralischer Grammatiken. Durch Bezüge auf Recht, die Generierung von Normen und universelle oder relativistische Vorstellungen von Wert und Moral erstrecken sich diese Grammatiken von lokalen bis zu transnationalen Ebenen. Sie formen und modifizieren Rhetoriken und Diskurse um Cultural Property und führen zu multiplen Normativitäten und rechtfertigenden Rationalitäten in der Begründung oder Ablehnung von spezifischen Maßnahmen zur Reglementierung und Regulierung von Cultural Property. Für diese ethischen Fragen zentral sind Konzepte von Moral, Legitimität und Gerechtigkeit, die Ideologien in Verhandlungen und Regulierungspraxen um Cultural Property zur gleichen Zeit voraussetzen und konstituieren. Mit dem in der ersten Förderphase (TP 1) entwickelten Analyserahmen soll sowohl deren Entstehung als auch Proliferation und strategische Modifikation in den in der Forschergruppe untersuchten Fallbeispielen und den mit Cultural Property befassten Organisationen in den Blick genommen werden. Das Projekt soll moralische Grammatiken kartieren und analysieren um zu einem breiteren Verständnis des Konstituierungsprozesses von Cultural Property beizutragen. Grundlegende Begründungsrationalitäten und Konzeptionen von Normativität in Beziehung zu den je spezifischen Konzeptionen der Konstrukte Legitimität, Gerechtigkeit und Moral sollen dabei in Verknüpfung zur Global Governance-Thematik im Mittelpunkt der Analyse stehen.

Vorträge und Diskussionsbeiträge
  • Dr. des. Stefan Groth, Göttingen: “Die Erfindung der Moral: Allmendgemeinschaften und Cultural Commons in der Diskussion um kulturelles Eigentum”. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Tübingen, 21.-24.09.2011