Geographische Indikationen: Kulinarisches Erbe als CP

Projektleiter: Prof. Dr. Achim Spiller (Agrarökonomie), Prof. Dr. Bernhard Tschofen (Empirische Kulturwissenschaft)
Mitarbeiterinnen: Dr. Katia L. Sidali, Sarah May, M.A.

Projektbeschreibung

Das vorgeschlagene interdisziplinäre Teilprojekt untersucht am Beispiel der EU-Verordnung zum „Schutz und zur Aufwertung von besonderen Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln mit Herkunftsbezeichnung“ (1992 bzw. 2006) und ihrer Zertifikate (PDO/gU, PGI/ggA und TSG/gtS) Governancestrukturen und alltägliche Praxis eines Konsumenten und Produzenten gleichermaßen berührenden Cultural Property-Regimes. In einer integrierten kulturwissenschaftlich-ökonomischen Analyse werden, von einem dynamischen Verständnis geographischer Indikationen ausgehend, in einem ersten Schritt vergleichend für Deutschland und Italien – und jeweils exemplarisch für Produkte bzw. Regionen mit hoher und weniger entwickelter Sichtbarkeit – die Begründungs- und Legitimierungsprozesse im Rahmen der Antragsverfahren rekonstruiert, damit verbundene Handlungsspielräume und Begrenzungen analysiert und die ökonomischen und soziokulturellen Effekte differenziert ermittelt. Auf Akteursebene stehen im Mittelpunkt dieser Arbeitsphase die Stakeholder im Beziehungsgeflecht regionaler, nationaler und europäischer Dimensionen des Agrarmarkts. Auf Grundlage der durch innovative Verfahren einer kulturwissenschaftlich informierten Verbraucherforschung zusätzlich gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem zweiten Schritt Empfehlungen für eine wirklichkeitsnähere Legitimierung und Vorschläge für eine für Produzenten wie Konsumenten transparentere Gestaltung des Systems erarbeitet werden.